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16.6.2007 von Jörg Reiche.
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Ein guter Wein muss reifen, diese Weisheit gilt auch für gute Rockmusik. Der Titel des neuen Dream Theater Albums Systematic Chaos ist Programm, denn zunächst nimmt der Hörer das “Chaos” wahr. Das sind in diesem Fall die komplexen Kompositionen, die sich durch stakkatohafte Tempowechsel und verschachtelte Songstrukturen auszeichnen. Die “Systematik” hingegen besteht aus tollen Melodien und mitreißenden Arrangements, die sich nach einigen Hördurchläufen herauskristallisieren.
Dream Theater haben bei diesem neuen Werk bewusst Elemente von anderen Bands eingebunden, diese haben den Charakter von musikalischen Zitaten und wirken als interessante Farbtupfer innerhalb der eigenen Stilistik. Systematic Chaos ist härter als das Vorgängeralbum Octavarium. John Petrucci’s Gitarrenarbeit orientiert sich an den 90er Jahre Alben der Band, er lässt seiner Inspiration wieder freien Lauf. James LaBrie variiert seinen Gesang sehr stark, er passt sich den Erfordernissen der verschiedenartigen Kompositionen an und interpretiert sie sehr emotional und überzeugend. Es ist schwer zu verstehen, warum James LaBrie angeblich bei den Fans und bei seinen Bandkollegen als Sänger umstritten sein soll. Die Keyboards sind wohl akzentuiert eingesetzt worden. Jordan Ruddess verleiht den Tracks Variabilität anstatt sie mit störenden Klangteppichen zuzudecken. Mike Portnoy’s Fähigkeiten als Schlagzeuger dürften hinlänglich bekannt sein.
8 Songs verteilen sich auf eine Gesamtspielzeit von 78 Minuten. Systematic Chaos startet mit In The Presence Of Enemies - Part I, einem für Dream Theater typischen Epic-Song. Forsaken ist ein eingängiger kurzer Song. Constant Motion verfügt über Heavyness und erinnert vom Gesang streckenweise an Metallica. The Dark Eternal Light ist ebenfalls heavy und mit vielen Tempowechseln versehen. Der getragene Song Repenence dürfte von Pink Floyd inspiriert worden sein. Prophets Of War bildet in seiner Kompaktheit den Übergang zu den beiden folgenden Epics The Ministry Of Lost Souls und In The Presence Of Enemies - Part II.
Breitband-Metal vom Feinsten.
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28.5.2007 von Jörg Reiche.
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Mit Humanity - Hour I haben die Scorpions ihr erstes Konzeptalbum veröffentlicht, es geht hierbei um Menschheit und Menschlichkeit im weiteren Sinn.
Man merkt es diesem Album an, dass es in Los Angeles mit zwei Top-Produzenten (James Michael und Desmond Child) ausgearbeitet wurde. Jeder der 12 Tracks wurde entweder von Rudolf Schenker, Klaus Meine oder Matthias Jabs in Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Songschreibern komponiert. Dieses ist für die Scorpions in dieser Form ein neuer Arbeitsprozess gewesen, denn sonst waren die meisten Songs Schenker / Meine - Kompositionen. Mit Sicherheit haben diese außenstehenden Leute neue Ideen und neuen Schwung in den kreativen Prozess gebracht.
Das Vorgängeralbum Unbreakable war härter und rockiger als Humanity - Hour I, dafür sind die Kompositionen dieses Mal vielschichtiger und melodiöser angelegt. Das Album klingt trotz der Vielseitigkeit in sich stimmig und aus einem Guss. Das liegt auch daran, dass auf die sonst häufig praktizierte Trennung zwischen Balladen und Rocksongs verzichtet wurde. Rockelemente und balladeske Anteile verschmelzen vielmehr zu einer ausgewogenen und interessanten Einheit. Die Songs Hour I, The Game Of Life, You’re Loving Me To Death, 321 und The Cross tendieren dabei mehr in die Rockrichtung, bei den Songs The Future Never Dies, Love Will Keep Us Alive, Your Last Song und Humanity kommen eher die balladesken Stärken der Band zur Geltung.
Gut gemacht Jungs, ich bin schwer begeistert!
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27.5.2007 von Jörg Reiche.
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Ken Hensley hat auf Blood On The Highway die Lebenserfahrungen, die er in seiner Zeit als Keyboarder bei Uriah Heep gesammelt hat (1970-1980), im Rahmen eines Konzept-Albums vertont. Mit Jorn Lande, John Lawton, Glenn Hughes und Eve Gallagher sind hochkarätige Stimmen engagiert worden, die seine Story abwechslungsreich und ausdrucksstark interpretieren. Einige Songs singt Ken Hensley selbst.
Musikalisch knüpft Blood On The Highway genau an die Zeit an, die Hensley autobiografisch beschreibt. Sein “Ensemble” präsentiert die gute alte Keyboard geschwängerte 70er Jahre Rockmusik. Die Arrangements und der Sound sind dabei in einem modernem Gewand. Der Funke springt schnell auf den Hörer über, man merkt es dem Album an, dass es den beteiligten Musikern Spaß gemacht hat zusammen zu arbeiten.
(This Is) Just The Beginning (Vocals: Jorn Lande) und We’re On Our Way (Vocals: Ken Hensley / Jorn Lande) sind straighte Rocknummern. Das Titelstück Blood On The Highway (Vocals: Jorn Lande) ist eher getragen und hat einen angenehmen Groove. Think Twice klingt ein wenig wie ein Tina Turner Song (Vocals: Eve Gallagher). Der ehemalige Uriah Heep Sänger John Lawton verleiht It Won’t Last sein Stimmorgan. What you Gonna Do und der episch-bombastische Track The Last Dance werden durch Glenn Hughes Stimme veredelt, vom gesanglichen Aspekt sind dieses die besten Stücke.
Wer auf den klassischen Hardrock der 70er Jahre steht, sollte sich dieses Album unbedingt zulegen.
Ihr könnt euch unter www.rockbottom-music.de/interviews/ken.mp3 ein Ken Hensley - Interview anhören, dass ich für meine Radiosendung anlässlich dieser Veröffentlichung habe führen können.
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29.4.2007 von Jörg Reiche.
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Snakes & Arrows klingt frisch, modern und direkt. Dieses mag zum einen daran liegen, dass dieses Album innerhalb von nur 30 Tagen aufgenommen wurde. Zum anderen hat der junge Produzent Nick Raskulinecz sicherlich großen Anteil daran, schließlich hat er zuletzt mit einigen jüngeren Bands erfolgreich zusammen gearbeitet gehabt, wie z.B. Foo Fighters, Stone Sour und Velvet Revolver.
Auf diesem neuen Werk wurde wieder auf Keyboards und Synthesizer verzichtet. Alex Lifeson’s Gitarrensound ist kräftig, seine Gitarrensoli sind wohl dosiert eingesetzt worden. Neil Peart gehört zu den wenigen Drummern die mit ihrem Schlagzeug nicht nur Rhythmus erzeugen können, sondern die Songs mit vielfältigen Facetten bereichern. Das Hauptthema seiner Texte befasst sich dieses Mal mit Religion und ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Geddy Lee’s einzigartige Stimme und seine wunderschönen Gesangsharmonien bilden auf Snakes & Arrows wieder das unverwechselbare Markenzeichen von Rush.
Der Openener Far Cry bleibt relativ schnell im Gehörgang haften, die meisten anderen Tracks benötigen einige Hördurchläufe um die verborgene Komplexität innerhalb der kompakten Songs zu erfassen. Armor And Sword basiert auf einem starken Gitarrenriff und hat dabei Hymnencharakter. Workin’ Them Angels und The Larger Bowl sind ähnlich anspruchsvolle Songs, Spindrift hingegen vermittelt eine leicht düstere Atmosphäre. The Way The Wind Blows hat einen super Groove und erinnert vom Riff an den Song Driven vom Test For Echo Album. Gerade bei den grandiosen Instrumentalstücken The Main Monkey Business und Malignant Narcissism wird das perfekte Zusammenspiel von Neil Peart, Alex Lifeson und Geddy Lee deutlich. Es ist auf diesem Album kein einziger Ausfall festzustellen, jede der 62 Minuten Spielzeit hat ihre Berechtigung.
Weitere Infos zu Rush findet Ihr auf der von mir betreuten offiziellen deutschen Website der Band: www.rush.de
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